ES WAR ABEND:::und ich fühlte mich einsam. Ich las ein Buch, bis ich eine große Dürre in
meinem Herzen empfand und es mir schien, als sei Schönheit ein Ding, das Wortkrämer für den Markt herstellten.
Müde schloß ich das Buch und blies die Kerze aus. In einem Augenblick war das Zimmer von Mondlicht überflutet.
Geist der Schönheit, wie konntest du, dessen Glanz der ganze Himmel nicht zu umfassen vermag, dich hinter einer kleinen Kerzenflamme verbergen?
Wie konnten ein paar eitle Worte aus einem Buche wie ein Nebel aufsteigen und sie verschleiern, deren Stimme
in das leidenschaftlich pochende Herz der Welt unaussprechlich süße Ruhe gießt?
aus: Rabindranath TAGORE- Die Gabe des Liebenden/ Hyperion-Verlag Freiburg im Breisgau
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